
Bericht aus dem Gemeinderat von Stadtrat Martin Thomä
Beitrag für Schorndorf aktuell von SPD-Stadtrat Martin Thomä

Beitrag für Schorndorf aktuell von SPD-Stadtrat Martin Thomä
Ganz unspektakulär hat der Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung einstimmig eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen: Ab dem 1. Januar 2015 kommt das Gas-Versorgungsnetz, das sich derzeit im Eigentum der EnBW befindet in die Hand der Stadt bzw. der Stadtwerke Schorndorf. Die Stadtwerke haben dadurch die Konzession erhalten, das Gasnetz bis zum 31.12.2034 zu betreiben!
Für die SPD-Fraktion war es klar, dass diese historische Chance genutzt werden musste, die Gasversorgung wieder in den Verfügungsbereich der Stadt zu nehmen. Diese Auffassung wurde auch durch Gutachter bestätigt, die in einem sehr transparenten Verfahren die Neuvergabe an unsere Stadtwerke empfahlen, weil diese „am besten geeignet“ seien, die Infrastruktur der Stadt „unter Beachtung einer sicheren, verbraucherfreundlichen, preiswerten und umweltverträglichen Energieversorgung“ zu gestalten.
Mit einem eigenen Gasnetz besteht zusätzlich die Möglichkeit, bei den Stadtwerken bereits vorhandene Kompetenzen und Ausstattungen (Leitungsbau, Fahrzeuge, Software usw.) zu nutzen und Dienstleistungen in der Gasversorgung günstiger gestalten zu können als dies bei einem reinen Gasversorgungsunternehmen möglich ist.
Wie sich der Gasmarkt in Zukunft entwickeln wird, kann derzeit niemand genau voraus sagen. Auf der einen Seite wird der Absatz bei der Wärmeerzeugung durch bessere Wärmedämmung und effizientere und alternative Geräte (Wärmepumpe, Pelletheizungen) eher sinken. Auf der anderen Seite sehen wir für Erdgas eine sehr positive Zukunft als Energiespeichermedium. Das Erdgasnetz ist das einzige derzeit bekannte System, mit dem Strom aus erneuerbarer Energie durch die Umwandlung in Wasserstoff bzw. Methan für ganz Deutschland nicht nur über ein paar Stunden (wie bei Pumpspeicherkraftwerken), sondern über viele Monate gespeichert werden kann. Das Erdgasnetz ist also der Schlüssel zur Lösung des Speicherproblems.
Schorndorfer Privatleute oder Firmen, die bereits einen Gasanschluss haben, müssen übrigens nicht bis 2015 warten, um sich von den Stadtwerken „rundum“ versorgen zu lassen. Schon heute bieten diese neben Strom, Wasser und Wärme auch die Belieferung von Erdgas an, dem umweltfreundlichsten unter den fossilen Energieträgern.
Für die Beantwortung von Fragen und für Anregungen zu diesem Thema stehe ich im Namen der SPD-Fraktion gerne zur Verfügung unter martin.thomae@schorndorf.de