Gottlob-Kamm-Geburtshaus
- Römmelgasse 8 – Haus, in dem bis 1943 die Familie Guttenberger wohnte
- Gottlob-Kamm–Haus
- Alter Friedhof: Mahnmal und Gräber der Zwangsarbeiter
Begründung - Am 26. September 2008 wird durch eine ‚Stolperstein-Aktion’ der Naturfreunde an das furchtbare Leid erinnert, das der Schorndorfer Sinti-Roma-Familie Guttenberger angetan wurde. Schon im Oktober 1988 hat der damalige Oberbürgermeister R. Hanke durch Einladung der überlebenden Familienmitglieder mit der ‚Aufarbeitung’ dieses schrecklichen Kapitels der Zeitgeschichte begonnen. Mit der Errichtung des Mahnmales auf dem Alten Friedhof 1989 fanden diese Bemühungen um die Bearbeitung dieses Zivilisationsbruches eine Fortsetzung.
Durch eine förmliche Aufnahme dieser ‚Geschichts-Station’ in den Stadtrundgang bleibt das Geschehen als Mahnung und Erinnerung im Bewusstsein der Menschen. Vor allem auch im Hinblick auf die ethische und politisch-kulturelle Bildung und Erziehung junger Menschen scheint uns diese Station wichtig. „Die Vergangenheit ist Verpflichtung für die Gegenwart.“ (Romani Rosi am 15. Oktober im Rathaus in Schorndorf).
Gottlob Kamm: Nachdem jetzt eine Tafel am Haus des namhaften Schorndorfer Antifaschisten, Schorndorfer Stadtrat der SPD, erster Bürgermeister nach 1945 und 1948 Minister für politische Befreiung im Kabinett Reinhold Meier und Ehrenbürger der Stadt angebracht wurde, sollte durch eine Aufnahme des Hauses auch dieser Schorndorfer Persönlichkeit angemessen gedacht werden. Der schon bestehende ‚Gottlob-Kamm-Platz’ ist eher eine gesichtslose Straßenkreuzung ohne kontemplatives Potenzial.
Durch die Veröffentlichungen der Stadtarchivarin Frau Holzer-Böhm und durch die Dissertation von B. Hammerschmitt ist das dunkle Kapitel der Zwangsarbeiter in Schorndorfer Firmen und Privathäusern sorgfältig erforscht. Eine öffentliche Wahrnehmung dieser Menschenrechtsverletzungen hat aber nicht stattgefunden. Auf dem Alten Friedhof wird ein kleines Gräberfeld durch die Stadt gepflegt. Dieses Gräberfeld kann die äußere ‚Sachquelle’ für eine vertiefte Auseinandersetzung – gerade auch für junge Menschen werden.
Die verschiedenen Stadtführerinnen und Stadtführer könnten durch Frau Holzer-Böhm oder Herrn Wolfgang Morlok nachgeschult werden.
Der Antrag wurde von SPD Stadrat Frieder Stöckle formuliert und im Juni 2008 von der SPD-Fraktion in den Gemeinderat eingebracht.