
Die Haushaltslage unserer Stadt ist ernst. Wir haben in den vergangenen Monaten schmerzhafte Einschnitte mitgetragen und werden das auch weiterhin tun. Das betrifft auch Bereiche, die uns besonders am Herzen liegen. Soziale Leistungen und die Rahmenbedingungen sozialer Arbeit leiden schon heute massiv unter den Kürzungen, und es wird noch einiges dazukommen. Ebenso trifft es Vereine, Kultur und viele ehrenamtliche Initiativen.
Deshalb möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich Danke sagen. Unzählige Schorndorferinnen und Schorndorfer trainieren Kinder und Jugendliche, organisieren Konzerte und Feste, pflegen Traditionen und halten unsere Stadtteile lebendig. Vereinsarbeit ist dabei immer auch Integrationsarbeit. Dieses Engagement lässt sich mit keinem Zuschuss aufwiegen. Dass wir auch hier kürzen müssen, fällt uns schwer. Es geschieht nicht aus mangelnder Wertschätzung, sondern weil die Lage kaum Ausnahmen zulässt.
Gerade deshalb müssen wir genau hinschauen, wo wir sparen. Der Bedarf an Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien steigt seit Jahren. Kitas, Schulen, Ganztagsbetreuung und Jugendarbeit sind keine Kür, sondern das Fundament unserer Stadt. Was wir hier heute versäumen, holt uns morgen doppelt ein. Ein Jugendlicher, den eine Schulsozialarbeiterin rechtzeitig auffängt, macht eine Ausbildung, statt später auf Hilfe angewiesen zu sein. Jedes gut ausgebildete Kind wird zur Fachkraft, die Steuern und Sozialbeiträge zahlt und unser System mitträgt. Dabei sehen wir aber auch die Familien in der Pflicht, ihre Kinder gut auf die Zukunft vorzubereiten. Der demografische Wandel in Deutschland zeigt uns deutlich, dass wir kein Kind zurücklassen dürfen.
Gute Infrastruktur für Kinder ist zudem Wirtschaftsförderung. Viele Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte. Doch Mütter und Väter können nur arbeiten, wenn ihre Kinder gut betreut sind. Derzeit sinkt die Nachfrage nach Krippenplätzen deutlich stärker als die Geburtenrate. Wir vermuten, dass hohe Gebühren und ein schwieriger Arbeitsmarkt Familien genauer rechnen lassen und häufiger ein Elternteil länger zu Hause bleibt. Diese Fachkräfte fehlen dann unseren Betrieben, und das Problem verstärkt sich.
Schorndorf hat in den vergangenen Jahrzehnten erheblich in die Infrastruktur von Schulen, Kitas und Sportstätten investiert. Jetzt gilt es, diese Gebäude mit Leben zu füllen und das Personal dafür zu finanzieren. Von einer guten Infrastruktur profitieren die Unternehmen unmittelbar. Deshalb sehen wir auch sie in der Pflicht, ihren Beitrag zu leisten.
Sprechen Sie uns gerne an, kommen Sie in die Sitzungen und bringen Sie Ihre Sicht ein. Sie erreichen mich per Mail unter tim.schopf@schorndorf.de.
Fraktionsbeitrag Tim Schopf Schorndorf Aktuell 22.10.2026