Im Kampf um Stuttgart 21 ist er der Punktsieger

Veröffentlicht am 22.01.2009 in Presseecho

Bericht in der Waiblinger Kreiszeitung vom 21.1.2009 - Wie SPD-Mann Wolfgang Drexler geschickt mit grünen Argumenten für den Tiefbahnhof wirbt

Wolfgang Drexler

Weil’s andere nicht tun, geht er an die Front. Der SPD-Abgeordnete und Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler wirbt für Stuttgart 21 und den Tiefbahnhof. Und trifft, wie in Schorndorf für den SPD-Ortsverein, dabei auf geballte Kritik. Durchgangsbahnhof-Ablehner, die aus Stuttgart anreisen. Doch immer wieder gelingen Drexler Punktsiege, wie jetzt in Schorndorf.

Vielleicht liegt’s an der Person Drexler. Weil er sich so schön aufregen kann, wirkt er auch glaubwürdig. Steht offenbar hinter der Sache. Und dann noch seine Herkunft. Die SPD ist eigentlich Opposition im Landtag wie auch im Stuttgarter Gemeinderat. Ihm kann man nicht so leicht unterstellen, dass er ja nur zu gern das Rote Band für ein neues Prestigeprojekt durchschneiden würde. Aber letztlich ist’s seine geschickte Art, gerade mit grünen Argumenten zu kommen. Die müssen bei den Befürwortern des alten Kopfbahnhofs gehört werden. Ihr Lager speist sich ja aus Umwelt- und Verkehrsverbänden

Drexler will den Verkehr auf die Schiene bringen. Koste es (fast), was es wolle. Er argumentiert mit Frankreich und dem TGV, und wie dieser dem Flugzeug für Verbindungen unterhalb von 600 Kilometern davonfährt. „Schnellerer Linienverkehr hat immer zum Abbau des Flugverkehrs geführt.“ Punkt. Der 100 Jahre alte Stuttgarter Bahnhof sei für diese Aufgabe mit seinen lediglich fünf Zulaufstrecken nicht mehr geeignet. Mehr als 25 Züge in der Stunde liefen auf den alten Trassen nicht, der neue Durchgangsbahnhof habe ein Potenzial von bis zu 51.

Flächen werden im Kessel durch Tieferlegung und Tunnelstrecken frei. Man soll sich doch nur mal anschauen, sagt Dexler, wo noch Wachstm stattfinde in der Region. Das sei oben auf den Fildern, weil es unten keinen Platz mehr habe. Die Stadt Stuttgart nehme bereits außen liegende Flächen aus dem Nutzungsplan, weil es innen wieder Entwicklungschancen gibt. Für Drexler allemal ein ökologisches Argument.

Neu hinzu in den letzten Wochen kamen die Meldungen aus dem Rheintal. Da will die Bahn eine neue Nord-Süd-Magistrale Richtung Schweiz bauen, und sieht sich mit Tausenden von Klägern konfrontiert, weil die Strecke oberirdisch verlaufen soll. Drexler fürchtet für Stuttgart Ähnliches, wenn der alte Kopfbahnhof nur ertüchtigt würde. Die zusätzlichen Gleise hoch nach Wendlingen ließen sich nicht im Neckartal unterbringen. Häuser müssten abgerissen werden, Anlieger fürchten den Lärm.

Es folgt im laptop-gestützten Vortrag die Übersicht mit den Fahrzeiten-Verkürzungen. Köln-Ulm in 175 Minunten statt jetzt 255. Und die Stimmung im Schorndorfer Kesselhaus ist auf dem Siedepunkt. Zwischenrufe („Was soll das?“, „Stimmt doch nicht“) steigern Drexlers Stimmaufwand. Auch er arbeitet mit einer Fahrzeiten-Gegenüberstellung, die viel von den Vorteilen der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm aufzeigt. Doch dieses Großprojekt wird von den Stuttgart-21-Gegnern nicht in Abrede gestellt. Drexler kann freilich, nachdem die Diskussion nun schon 15 Jahre währt, die Kraft des Faktischen ins Feld führen. Alle Beteiligten, Bund, Bahn, Land und Stadt, haben die beiden Projekte so sehr miteinander verquickt, dass es jetzt heißt: „Entweder wird beides gebaut oder gar nicht“.

Stuttgart 21, der Tiefbahnhof und die neuen Tunnels kosten nach neuen Berechnungen etwas über drei Milliarden. Der Riesenbatzen relativiert sich für Drexler. In den 70er Jahren habe man für S-Bahn und Stadtbahn zusammen 4,3 Milliarden verbaut. Und wenn Stuttgart 21 nicht zum Zug komme, werde das Geld für eine Neubautrasse in Nordrhein-Westfalen verwendet. „Was die Bahn hier in den Fernverkehr nicht steckt, steckt sie woanders in den Fernverkehr.“ Punkt. Da will Drexler Patriot sein. Hierher gehöre das Geld. In den Ballungsraum, der bundesweit am stärksten wachse. Und bitteschön: „Ich will mal erleben, dass so protestiert wird, wenn ein Autobahnbau teurer wird.“ Da ist es wieder, dieses Argumentieren mit grüner Denke.

Und so muss denn der Hauptredner der Gegner, Gangolf Stocker, erst einmal eine kleine Vorrede gebrauchen: „Kompliment, Herr Drexler, Sie haben wenigstens eine Ahnung“. Aber . . .

Quelle: WKZ 21.1.2009, Redakteur: Jörg Nolle

 

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