Fraktion
Viele Menschen sind auf der Flucht und suchen Sicherheit in Deutschland. Immer mehr Menschen kommen auch nach Schorndorf und werden hier von der Verwaltung, den Ortschaften, Sozialunternehmen, Vereinen, privaten Initiativen und Privatpersonen aufgenommen und begleitet (Stadt richtet Notunterkünfte für Geflüchtete ein).
„Wenn du mehr hast, als du brauchst, baue nicht höhere Zäune, sondern längere Tafeln“. Haben wir mehr als wir brauchen? Haben wir die Möglichkeit, auf etwas Luxus zu verzichten und unseren Konsum einzuschränken? Ich meine ja! Und dazu muss ich nur mit der Generation meiner Großeltern über ihre Erfahrungen im und am Ende des zweiten Weltkrieges sprechen.
Zwei Schulbauprojekte (Grundschule Rainbrunnen und Fuchshofschule), ein Feuerwehrhaus in Oberberken sowie die Fertigstellung von den ersten Häusern im Neubaugebiet Obere Straßenäcker konnten in den Sommerferien fertiggestellt werden. Dafür spricht die SPD-Fraktion dem Team vom Gebäudemanagement und dem Fachbereich Infrastruktur ein großes Lob aus. Aber ein ganz besonderer Dank geht an alle Handwerker und Firmen, die zu dem Gelingen beigetragen haben. Es ist gut zu wissen, dass wenigstens die Räumlichkeiten für die Schulen zum Schulbeginn vorhanden sind.
Der Verein Sonafa wird durch den letztjährigen Gemeinderatsbeschluss drei Jahre mit je 7.000€ unterstützt. Mit diesem Betrag hilft der Verein in Benin beim Bau von Klassenzimmern, Renovierungen, Schulmobiliar, Strom, Wasser und Schulmaterial.
Nachdem der Betrag von 2021 bereits verbaut und in ein neues Klassenzimmer investiert wurde, haben sich die Verantwortlichen bei uns für die Unterstützung bedankt. Fraktionsvorsitzender Tim Schopf nutze diesen Anlass für einen Austausch mit dem pensionierte Lehrer Lothar Klering und Dr. Mensah Wekenon Tokponto, die die Baumaßnahmen in Benin zusammen organisieren.
Ganz im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner wird mit der Bevölkerung vor Ort zusammengearbeitet und mit Hilfe des lokalen Handwerks und der örtlichen Ressourcen die Maßnahme umgesetzt.
Wenn Gemeinderäte wie Max Klinger (CDU) Begriffe wie „Kampfradler“ oder „ideologisierte Traumtänzer“ benutzen und damit Menschen beschimpfen, die sich für den Klimaschutz und die Verkehrswende einsetzen, dann verfehlt er völlig seine Rolle als Gemeinderat zwischen Interessen auszugleichen. Auch der scheinbare Gegensatz, dass Autofahrer im Vergleich zu Radfahrern Steuern zahlen ist völlig weltfremd, weil fast jeder in der Regel beides macht. Ich appelliere für eine sprachliche Abrüstung!
Die SPD-Fraktion wird sich weiterhin aktiv für einen starken Klimaschutz einsetzen. Wir müssen in allen Bereichen (Wärme, Strom und Verkehr) so schnell wie möglich viel umsetzen. Gleichwohl sind wir offen für pragmatische Kompromisse, weil wir wissen, dass andere Fraktionen (leider) mit einem geringeren Tempo Maßnahmen umsetzen möchten.
Klimaschutz, Co2-Reduzierung, Dekarbonisierung, Verkehrswende und ……, egal wie wir es nennen, damit werden nötige Anpassungen unseres Lebensstils benannt. Klar ist, wir müssen unsere Lebensweise in Teilen überdenken. Wer möchte auf Gewohntes verzichten? Vermutlich die Wenigsten. Wir müssen aber einiges hinterfragen. Die aktuelle Situation zeigt uns das sehr anschaulich.
Sehr wichtig ist die Energieerzeugung, denn die Abhängigkeit von anderen muss auf ein Minimum reduziert werden. Das ist in Deutschland möglich, und das sogar klimafreundlich. Mit dezentraler Energieerzeugung in den einzelnen Kommunen: Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen, privaten und gewerblichen Dächern und ungenutzten Flächen, die nicht anderweitig genutzt werden können. Nutzung von Erdwärme, Abwärme von Lüftungsanlagen und Abwasserkanälen, Windräder an effektiven Standorten und nicht zu vergessen Energiegewinnung aus Wasserkraft. Energiegewinnung kann vielfältig auf kommunaler Ebene stattfinden. Natürlich müssen wir uns alle fragen, wie wir unseren Energieverbrauch reduzieren können. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten. Brauchen wir immer warmes Wasser, immer Licht im ganzen Gebäude? Müssen alle Straßen immer beleuchtet sein? Benötigen wir für alles unseren PKW oder geht’s auch mal zu Fuß oder mit dem Fahrrad?
Wir alle müssen den Energieverbrauch senken und dazu beitragen, jede erdenkliche Energiegewinnung aus nicht fossilen Energieträgern zu nutzen. Es gilt nun für uns alle, zusammen Lösungen anzudenken und gemeinsam umzusetzen. Der Gemeinderat muss dies bei zukünftigen Projekten einfordern und beschließen. Es darf kein Lippenbekenntnis bleiben, klimaneutral und energieautark werden zu wollen.